Maibaum2016 48Gescherer Zeitung vom 17.05.2016
sk. Gescher. Zum zwölften Mal lud die Schützengilde St. Pankratius die Bevölkerung der Glockenstadt zum Richten des Maibaumes in Geschers "Guter Stube" ein. Seit Pfingstsonntag ziert der Baum Geschers City.

22 Abordnungen aus Vereinen und Verbänden trafen sich auf dem Rathausplatz. Man hätte sich einige Besucher mehr gewünscht doch war das Wetter nicht gerade einladend. Dennoch traf man auf eine große Zuschauerzahl. Werner Bönning überflog noch einmal kurz seinen Spickzettel seiner Ansprache. "Besonders begrüße ich den Bürger der 1. Stadt!“ las er leise und hatte damit die Lacher auf seiner Seite.  "Festgemeinde angetreten!" rief Major Thomas Weghake  -  und so ging es unter den Klängen des Spielmannszuges der Freiwilligen Feuerwehr Gescher in einem Festumzug in "die gute Stube" der Glockengießerstadt, dem Platz an der Hauptstraße. Allen voran Bürgermeister der Stadt Thomas Kerkhoff, und dem Oberst der Pankratius-Schützengilde Werner Bönning.
Trotz des Geburtstages seiner Frau ließ es sich der 1. Bürger der Stadt nicht nehmen, an der Zeremonie teilzunehmen. Spontan brachte die Festgemeinde dem Geburtstagskind ein Ständchen, als Werner Bönning ihr einen Blumenstrauß überreichte und übertönte mit „Happy Birthday“ den Spielmannszug.
Unter fachkundiger Anleitung befestigten sodann die Schilderträger der 22 Vereine und Verbände die entsprechenden Wappen an den Baum. Für Bürgermeister Thomas Kerkhoff war es eine Premiere, das Stadtwappen an dem Maibaum zu befestigen.
Die weiteren Vereine, die sich so präsentieren sind: der MGV-Gaschari, der Angelsportverein, die Pfadfinder, der Spielmannszug der Freiw. Feuerwehr, die Schützengilden St. Pankratius und Grüne Wiese, die Stadtkarnevalisten, die Marine-Kameradschaft, der Heimatverein, der Hegering, die Nachbarschaften der Stadt, die Landfrauen, die KAB, der Kolping, die Freiw. Feuerwehr, das DRK, der Imkerverein sowie die Stadt Gescher.

Kräftige Männer waren gefragt, als es galt den Maibaum mittels Muskelkraft zu richten. „Freiwillige vor!“ rief Major Thomas Weghake Jungschützen aus der Gilde, Männer der Feuerwehr und selbst Stadtprinz Michael I. (Beuker) legten Hand an. Den Baum immer wieder im Blick ließ Weghake die Kommandos hallen. Zentimeter um Zentimeter richtete der Baum sich in die Höhe. Den Baum im Blick hatten aber auch Stefan Theßeling, Markus Sundrum und Andreas Jung von der Freiw. Feuerwehr. Mittels Stahlseil und Greifzug wurde der mächtige Baum von ihnen gegen ein Umstürzen gesichert. „Wir sind froh, dass uns die Feuerwehr immer wieder tatkräftig unterstützt“ meinten unisono Norbert Mesken und Hermann Melis. Unter dem Applaus der zahlreichen Zuschauer war der so geschmückte Maibaum gerichtet. 

Für die musikalische Unterhaltung sorgte der Spielmannszug der Freiw. Feuerwehr unter der Stabführung von Monique Dieks. Die für den Verkehr gesperrte Hauptstraße bot Gelegenheit für ein gemütliches Stelldichein. Nahtlos ging das Maibaum-aufstellen in das beliebte Frühlingsfest in der Glockenstadt über.  

Fotos vom Maibaum aufstellen findet Ihr hier

Fotos von Franz-Josef Schulenkorf findet Ihr hier

Fahnen KirchturmGescherer Zeitung vom Samstag, 14.05.2016
Schützenbrüder hängen Fahnen am Pankratius-Kirchturm auf und ab / 200 Stufen bis zum Ausguck

Gescher. Von Franz-Josef Schulenkorf
Rund 200 Stufen sind es, die einige Schützenbrüder der St. Pankratius-Schützengilde mehrmals im Jahr bewältigen. Ergänzt wird dieses „Training“ durch einen weiteren Kraftakt: Die Fahnen am Kirchturm werden von einem guten Duzend Männer zu kirchlichen Festen auf- und anschließend wieder abgehängt. Die Belohnung für die Mühen ist die einmalige Aussicht auf die Glockenstadt.

Es ist früher Abend, als sich die „Turmbesteiger“ vor der Pankratius-Kirche treffen. „Ich geh heute nicht mit; mein Knie macht mir zu schaffen!“ – „Meine Hüfte tut weh“, klagt der Nächste. „Ich bleib auch lieber unten“, äußert sich der Dritte. Küsterin Marie-Luise Neuhaus nimmt den großen Schlüsselbund und schließt die Türen auf. Schließlich sind doch alle dabei, als der Aufstieg beginnt. Gut 100 Stufen müssen auf der Wendeltreppe bewältigt werden. Dabei ist der Aufgang zur Orgelbühne „ein Klacks“. Weitere fünfzig Stufen sind es bis zur Glockenstube. Hier hängen die fünf nach dem Krieg neu gegossenen Bronzeglocken. Die „Türmer“ gönnen ihnen nur einen kurzen Blick, denn der Weg führt weiter in die Höhe. Über eine enge, steile Holzstiege geht es, vorbei an wuchtigen Holzbalken und lichtdurchfluteten Fenstern, in den unteren Bereich des Turm-Helmes mit den Ausguck-Luken. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei den vier „Uhr-Schlag-Glocken“, die den Glockenschlag  des „Big-Ben“ in London imitieren. Sie hängen in der nördlichen Luke. In knapp vierzig Metern Höhe werden die Fahnen ausgehängt. Nur über Leitern geht es weiter in die Spitze des 78-Meter-Turmes, der den Männern aus Sicherheitsgründen verwehrt bleibt.
Thomas Hisker, Reinhard Klümper und Hermann Kramer kennen ihre Handgriffe. „Wir haben schließlich Übung“, meint Hisker, der beruflich in der Glockengießerei tätig ist. Es dauert keine Stunde, bis die Fahnen vom Festtag künden. „Wir müssen nur darauf achten, dass auch die richtigen Farben genommen werden“; weiß Reinhard Klümper. Gelb-Weiß an Pfingsten, Grün-Weiß an den Schützentagen usw.
„Vor elf Jahren, also 2005, beging die Schützengilde St. Pankratius ihr 400-jähriges Bestehen“, erinnert sich Hermann Melis. „Wir traten mit der Bitte, Fahnen am Kirchturm aufzuhängen, an den damaligen Pfarrer Udo Diepenbrock heran.“ Die Schützen stießen mit ihrem Anliegen auf offene Ohren, allerdings hatte die Zusage einen Haken: Nicht nur zum Jubiläum der Schützengilde, sondern auch zu weiteren kirchlichen Festen sollten die bunten Fahnen vom Kirchturm wehen.
„Innerhalb kürzester Zeit hatten wir eine Truppe innerhalb der Gilde gefunden, die die Aufgabe des Fahnen- auf- und –abhängens übernehmen wollte“, erzählt Präsident Bernd Theo Grimmelt. „Der schwerste Akt war wohl, als wir das gesamte Equipment, von der Schraube über Laschen und dem entsprechenden Werkzeug bis hin zu den langen Fahnenstangen, in den Turm schleppen mussten“, so Josef Klümper, der Senior der Truppe. Die Stangen waren nun mal nicht elastisch und das erwies sich in der Enge als nicht unproblematisch…
Einziger Lohn für die „Turmfalken“, wie sie sich selber nennen, ist die herrliche Aussicht über die Glockenstadt, die nur wenigen vergönnt ist. An einem Sonnentag sind Aufstieg und Aussicht ein Vergnügen. Doch die „Turmfalken“ kennen auch ganz andere Situationen. „Die Fahnen wehten im starken Wind, waren dermaßen vom Regen durchnässt und dementsprechend schwer, dass wir sie kaum in das Turminnere holen konnten“, erinnert sich „Turmfalken-Chef“ Willi Lammerding. Marie-Luise Neuhaus ist froh, als alle Turmbesteiger unbeschadet wieder unten angekommen sind.

 

Gescher. Vorstand, Offiziere und Gruppenführer der St.-Pankratius-Schützengilde trafen sich jetzt im Tagungsraum des Hotels „Zur Krone“, um die Termine im schützenfestfreien Jahr 2016 zu besprechen. Das Sommerfest findet auf dem Termin des Schützenfestes (Samstag, 20. August) auf dem Gelände der Vogelstange statt. Es wird auf einen Vogel geschossen. Alle Gescheraner Bürger sind dazu eingeladen. Auch die weiblichen Mitglieder können an diesem Tag die Königswürde erringen, heißt es. Gleichzeitig sind die Kinder zu einem Kinderschützenfest mit Kinderbelustigung geladen. Ferner werden die Schützen geehrt, die zu diesem Fest 25 Jahre Mitglied der Gilde sind.
Der nächste wichtige Termin ist das traditionelle Aufstellen des Maibaums am 15. Mai (Pfingstsonntag) auf dem Platz vor der Villa in der Hauptstraße. 23 Vereine und Verbände aus Gescher beteiligen sich daran. Um 17.30 Uhr trifft man sich auf dem Rathausplatz, um die Wappentafeln zum Maibaum zu bringen und unter den Klängen des Spielmannszuges Gescher dort aufzuhängen. Ab 19.30 Uhr kann man dann auf dem Frühlingsfest mit Partyklängen weiterfeiern.
Einen weiteren Termin gilt es noch vorzumerken: Am Sonntag, 6. November, findet die Generalversammlung der Gilde ab 11 Uhr im Saal Grimmelt statt.

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